5 Monate Incredible India!

"Willkommen bei 02 Bayern"

Ich hatte Euch bereits berichtet, dass sich Indien und seine Bundesstaaten eher mit der EU als mit einem einzelnen Land vergleichen lassen. Insbesondere wegen der sprachlichen und kulturellen Unterschiede... es gibt aber noch weitere Sachverhalte, die für diese Annahme sprechen:


"Welcome to Airtel Tamil Nadu"
Als ich mit dem Zug zu der Hochzeit nach Chennai in Tamil Nadu gefahren bin, wurde ich auf der 9-stündigen Fahrt mit einer überraschenden SMS im Bundesstaat Tamil Nadu begrüßt. Diese lautete in etwa so:

"Herzlichen willkommen bei Airtel Tamil Nadu. Profitieren Sie von unseren besonders günstigen Roaming-Paketen und sparen Sie rund 60 % gegenüber den normalen Roaming-Kosten".

Mein erster Gedanke: Roaming-Kosten? Ich habe doch Indien gar nicht verlassen! Darauf habe ich natürlich gleich meinen Kollegen angesprochen, der neben mir saß. Und dieser antwortete - ganz selbstverständlich: "Klar Roaming. Wir sind doch in einem anderen Bundesstaat!" Meine Reaktion sah in etwa so aus:

Vorsicht also bei "grenzüberschreitenden" Reisen...


Andere Staaten, andere Sitten

Der eine oder andere wird von dem was ich jetzt gleich sage vermutlich geschockt sein...
aber: Ich kann hier in Kochi Alkohol nur in speziellen Spirituosen Läden kaufen (bei denen man ewig lange Schlangen stehen muss - wofür ich eindeutig zu faul bin!). Kein "schnelles Bierchen" aus dem Supermarkt, kein Sekt fürs "spontane" drauf-anstoßen...

Und auch Raucher haben es nicht einfach... Zigaretten kann man hier nicht (wie bei uns) an jeder Straßenecke und jedem Kiosk kaufen. Zigarettenautomaten gibt es überhaupt keine - und auch in großen Supermärkten sind Zigaretten nicht immer zu finden. Für mich - als Nicht-Raucher - vollkommen in Ordnung. Für Raucher eine echte Geduldsfrage...

Was hat das mit den Ländergrenzen zu tun? Nunja, auf Bieretiketten stehen hier so lustige Hinweise wie "Ausschließlich zum Verkauf in Kerala"... und auch im Zusammenhang mit Indien-Rundreisen wird man darauf hingewiesen, dass man eventuell durch Staaten fährt "in denen teilweise Alkoholverbote bestehen", weswegen während der Fahrt kein Alkohol erhältlich ist...   

Der Verkauf und Verzehr von Alkohol ist hier Staatensache! Ein Freund hat mir erklärt, dass es in der Tat Staaten gibt in denen der Konsum von Alkohol komplett oder teilweise verboten ist (z.B. Gujarat), aber auf der anderen Seite auch Staaten in denen man Alkohol "sogar" im Supermarkt kaufen kann (z.B. Goa). Mit Kerala scheine ich damit die berühmte "Mitte" getroffen zu haben.

Und auch wenn ich "Cocktailabende" vermisse...

http://www.cbarts.de/Htisch/BilderJS/cocktail.jpg

... kann ich gut doch gut damit leben. Dennoch wundere ich mich schon immer wieder etwas, z.B. wenn ich daran erinnert werde dass die Bars in Discotheken ab 00:00 geschlossen sind oder daran, dass an bestimmten Feiertagen auch in Lokalen kein Alkohol verkauft werden darf...


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Es folgt: Etwas zum Nachdenken!
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Hier in Indien gibt es tatsächlich sehr sehr viele Personen, die (aus freien Stücken) überhaupt keinen Alkohol konsumieren. Aber man kann man nicht sagen, dass Verkaufsrestriktionen oder gar "Prohibition" dafür verantwortlich sind:

Hier in Kerala ist - trotz Einschränkung des Verkaufs - Alkoholsucht ein echtes Problem und in Staaten die den Verkauf und Konsum (teilweise) verbieten, erblinden und/oder sterben immer wieder hunderte von Menschen an selbstgebranntem Alkohol...

Ob das im Sinne des Erfinders ist?

Preise in Indien - ein Buch mit 7 Siegeln


Wenn es etwas gibt, was ich in Indien bis zuletzt nicht verstehen werde, sind es die Preise für Lebensmittel und Co.


Preisverhandlungen und MRP

Zunächst einmal ist es hier in Indien - wie auch in vielen arabischen Staaten - üblich zu handeln (sehr zu meinem Bedauern, denn das liegt mir so gar nicht ).

Um einer all zu willkürlichen Preisbildung entgegen zu wirken hat der Staat jedoch ein Gesetz erlassen, nachdem abgepackte Güter auf der Verpackung mit dem "MRP" (Maximum Retail Price = Maximaler Verkaufspreis) gekennzeichnet werden müssen. Aus diesem Grund findet man hier auf Getränkedosen und Co. - neben dem Herstellungsdatum (das hier statt des Ablaufdatums abgedruckt wird) - auch den Preis! Das kann mitunter sehr praktisch sein, da man dadurch nicht auf Kennzeichnungen am Regal vertrauen muss.

Hier als Beispiel - der Aufdruck auf meinem Shampoo! (MRP 89 Rupees)


Damit wären wir beim nächsten Thema...



Währung in Indien
Die indische Währung heißt "Rupees" (in deutschem: Rupien). 1 Euro entspricht etwa 60 Rupien, wobei der Wechselkurs stark schwankend ist.

Folgende Scheine / Münzen sind im Umlauf:

Scheine:
1000 Rupees (~ 16 Euro)
500 Rupees (~ 8 Euro)
100 Rupees (~ 1,6 Euro)
50 Rupees (~ 80 Cent)
20 Rupees (~ 33 Cent)
10 Rupees (~ 16 Cent)
5 Rupees (~ 8 Cent)

Münzen:
5 Rupees (~ 8 Cent)
2 Rupees (~ 3 Cent)
1 Rupee (~ 1 Cent)
50 Paise (~ 0,5 Cent)

Hier zur Veranschaulichunng ein paar Beispiele:

(Auf allen Scheinen ist übrigens das Gesicht Mahatma Gandhis abgebildet - dadurch wird deutlich, welch große Rolle er in der indischen Geschichte spielte!)

Bei einem Wechselkurs von 60 : 1 scheint zunächst nichts ungewöhnliches an der Staffelung der Währung zu sein: Der Unterschied zwischen größter und kleinster Einheit liegt bei 999,95 (im Vgl: beim Euro sind es 499,99 ). Fragwürdig wird diese Staffelung erst bei der nächsten Betrachtung...


Kaufkraft in Indien

Hier sind wir beim Thema, das ich auch nach 3 Monaten nicht verste.

Ein Beispiel:
Ich kann im Supermarkt für 26 Rupien 1 kg Ananas kaufen - in der Kantine esse ich für 60 - 80 Rupien zu Mittag (z.B. Hauptgericht + Omlett), aber für ein kleines Snickers bezahle ich 30 Rupien. Das klingt umgerechnet in Euro natürlich erstmal nicht viel (50 Cent) ... setzt man es aber ins Verhältnis, wird deutlich dass e
in kleines Snickers hier gut die Hälfte einer vollwertigen Mahlzeit kostet! Übertragen wir das einmal auf Deutschland: Wie oft würdet ihr Euch als "Snack" ein Snickers leisten, wenn dieses 3 - 5 € kosten würde?

Ein weiteres Beispiel: Ich kann für 400 Rupien bei "Dominos" eine Pizza essen gehen - oder dafür 3 Mal ins Kino (á 130 Rupien). Auf Deutschland übertragen, ist fraglich ob Pizza wohl auch bei einem Preis von 27 € eines unserer Lieblingsgerichte wäre?

Und noch ein letztes Beispiel: Meine etwa 20 minütige Riksha-Fahrt zur Arbeit kostet für Hin- und Rückfahrt insgesamt 120 Rupien - alternativ könnte ich (für 5 - 7 Rupien pro Fahrt) 20 - 24 Mal mit dem Bus ins Stadtzentrum fahren... Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass sich viele für 40 - 48 € ein Taxi leisten würde... schon gar nicht täglich!

(Dazu folgende Anmerkung: Für die gerade einmal 6 km zum Büro würde man, aufgrund der unausgereiften Infrastruktur mit dem Bus mit Umsteigen etwa 1 Stunde brauchen. Aus diesem Grund bilden die Mädchen hier im Hostel täglich Fahrgemeinschaften, so das jede nur 1/3 oder 1/4 bezahlt - was nur unwesentlich mehr ist als für die Busfahrten).


Mangelware Kleingeld

Ein weiterer Umstand der mir nicht ganz klar wird: Hebt man in der Bank Geld ab, spuckt der Automat einem i.d.R. 500 Rupien-Scheine aus... Aber wo soll man die verwenden?

Im Bus, wo ein Ticket gerade einmal 1/100 kostet? Oder in einer Riskha wo es zwischen 1/25 und 1/5 sind? Stellt Euch vor wie ein Bus- oder Taxifahrer in Deutschland reagieren würde, wenn ihr versuchen würdet 2,10 € bzw. 7 € mit einem 200 bzw. 500 € Schein zu bezahlen...

Die meisten Inder wenden einen Trick an: Sie heben Geld immer in ungeraden Beträgen ab (z.B. 900 Rupien), um wenigstens einige 100 Rupee Scheine zu erhalten.... Ich habe kein indisches Bankkonto und erhalte daher mein Gehalt in bar. In 500 Rupien Scheinen. Daher muss ich immer wieder nach Gelegenheiten suchen, um die großen Scheine klein zu machen (etwa beim Einkauf im Supermarkt oder Essen im Restaurant).


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Es folgt: Etwas zum Nachdenken
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Es steht außer Frage, dass wir Europäer in Ländern wie Indien für wenig Geld "wie Könige" leben können. Wichtig ist aber meiner Meinung, dass man auch versteht was das umgekehrt für diejenigen bedeutet, die aus Ländern wie Indien zu Besuch nach Europa kommen möchten...  Irgendwie ungerecht, findet ihr nicht?

Glaube & Religion in Indien


Wer in Indien unterwegs ist, kommt um eine Feststellung nicht herum: Die Religion bzw. der Glaube spielt hier eine wesentliche Rolle.

Die verschiedenen Religionen bestehen dabei - völlig selbstverständlich - nebeneinander. Zwar bekennt sich der Inder i.d.R. zu einer Religion (anders als ich es etwa in Japan kennen gelernt habe), aber hier stört sich niemand an  "öffentlichen" Glaubens- bekundungen... Und so sieht man etwa in einem Bus ein Bild der "heiligen Jungfrau Maria", ein anderer steht unter dem Schutz des Elefantengotts "Ganesha" und wieder ein anderer ist mit einem "Halbmond" verziert. In Deutschland undenkbar... oder?

Interessant ist auch, dass es hier selbstverständlich ist zu beten und regelmäßig in die Kirche/ die Moschee/ den Tempel (...) zu gehen. Ich habe, darauf angesprochen, schon versucht der einen oder anderen Person zu erklären, dass das in Deutschland nicht selbstverständlich ist... doch es ist andersrum wohl genauso schwer zu glauben!    

Entsprechend dem "gelebten" Glauben gibt es hier viele Gebetsstätten. Typisch indisch natürlich sehr farbenfroh...

Hier z.B eine christliche Kirche...

... und das Tor zu einem hinduistischen Tempel...

Dahinter (in einigen Tempeln) diese mitunter zig Meter hohen Türme...
http://www.sv54.de/amann/2003_Vietnam/030_KualaLumpur_HinduTempel.jpg

Die Figuren stellen übrigens jeweils eine hinduistische Gottheit dar. Dabei kann es sich jedoch nie um alle Götter handeln, denn angeblich weiß kein Hindu genau wieviele es gibt. Ich habe einmal gelesen, dass es so viele Götter geben soll, wie es Menschen auf der Erde gibt. Ein interessanter Gedanke.


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Es folgen: Infos für Wissbegierige!

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Welche Religionen sind in Indien vertreten?

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/9/92/Religionen_Indiens.svg

Noch spannender wird es, wenn man die prozentualen Anteile auf die Bevölkerungszahl umlegt. Dann sind es (bezogen auf die drei Größten Religionen):

  • 966 Mio. Hinduisten (rund 95% aller Hinduisten weltweit leben in Indien),
  • 160 Mio. Moslems (zum Vergleich: Türkei, bei 99% d. Bevölkerung-> 27,6 Mio.) und 
  • 27,4 Mio. Christen (zum Vgl.: Deutschland, bei ~60% d. Bevölkerung -> 48,6 Mio.)

Interessant ist darüber hinaus, dass es gerade einmal 9,6 von ~ 500 Mio. Buddhisten weltweit in Indien zu finden sind. Und das obwohl Indien als Geburtsstätte des Buddhismus gilt!


Wie kamen diese Religionen nach Indien?

Indien ist die Geburtsstätte einer weiteren Weltreligion: des Hinduismus, so dass wenig verwunderlich ist dass der Großteil der Bevölkerung dieser Glaubensrichtung angehört. 


Der Islam fand hingegen durch arabische Handelsleute (um 700 n. Christus) seinen Weg nach Indien. Leider kam es in der Geschichte (und kommt es bis heute ) immer wieder zu Konflikten zwischen Hinduisten und Muslimen. Die heutigen Konflikte haben ihren Ursprung vor allem in der Teilung von Indien und Pakistan im Zuge der Unabhängigkeitsbewegung (siehe dazu Geschichte Indiens).

Und auch der christliche Glaube wurde nach Indien gebracht - durch Handelsleute und Missionare. Angeblich soll bereits im 1. Jahrhundert nach Christus ein Apostel den christlichen Glauben nach Indien gebracht haben. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass europäische Seefahrer wie Vasco Da Gama (der "Entdecker" Indiens) den christlichen Glauben nach Indien brachten.

Ein Indiz dafür ist im prozentualen Anteil der Christen in den südindischen Staaten zu finden, in denen sich ein Großteil der Handelshäfen befand. Hier in Kerala etwa, wo Vasco Da Gama im 4. Jahrhundert (in Kochi! ) landete liegt der Anteil an Christen bei unglaublichen 28 %!

Schwimmender Luxus & Millionen Palmen (Besuch meiner Familie: Tag 9 & 10)


Das Ende unserer Rundreise hielt noch einmal ein echtes Highlight bereit: Eine Übernachtung auf einem Hausboot in den Backwaters...

Tag 9: Duftender Yasmin, inmitten der Backwaters

Bereits vor ihrer Anreise habe ich meine Familie mit dem Gedanken vertraut gemacht, dass in Indien die Uhren anders ticken... bzw. man keine braucht!

Ganz zu meiner (bzw unserer) Überraschung waren unsere Fahrer & Führer jedoch auf der gesamten Rundreise pünktlich...

Bis auf das Hausboot... das hatte nämlich (wegen des Streiks)  ganze 30 Minuten Verspätung. Puh - hatte mich schon gefragt ob wir tatsächlich in Indien sind!

Wir nutzen die Zeit für einen letzten Kaffee "an Land"...


.. und dann ging es schon rauf auf das Hausboot!!


Dabei handelte es sich um ein Stück schwimmenden Luxus: Es hatte 3 Schlafzimmer (klimatisiert), einen Speiseraum und eine Außenterasse (mit Flat TV - der angesichts der tollen Aussicht von uns unbenutzt blieb). Und als ob das noch nicht genug wäre...

... gab es noch eine 3-köpfige Crew (Koch, Kapitän + Mechaniker)!  

Begrüßung mit wundervoll duftende Blumenketten (Yasmin)...


... und einen Obstkorb (der unser Nachtisch werden sollte)! 

Nach einer Erkundungstour auf dem Hausboot, ging es dann weiter mit den Backwaters...

Um uns herum: Stille.  Nichts als unzählige Palmen...

... andere Hausboote...

... und vereinzelte Häuser!

Ihr fragt Euch wer hier wohnt? Laut einem Kollegen, Menschen die auf dem Land aufgewachsen sind und die Ruhe hier draußen genießen (zum Einkaufen gehts mit Booten in die Stadt). Die Backwaters sind ein Geflecht von mehreren Seen und (teils natürlichen, teils künstlich angelegten) Flüssen.

Am Rand sieht man oft Felder wie diese:


Dabei handelt es sich i.d.R. um Reisfelder, die zur Bewässerung mit dem (zurückgedrängten) Wasser der Backwaters geflutet werden. Entsprechend gehören viele Hütten in den Backwaters auch Landwirten!  

Und wo es Menschen gibt, gibt es auch Kirchen...



Zum Mittagsessen gab es Keralas Spezialitäten! Richtig lecker!
 

Und sogar Bier. Keinesfalls eine Selbstverständlichkeit hier in Kerala...
... ob das mit unseren Nationalität zusammenhing?

Und nach dem opulenten Mahl haben wir erstmal relaxt...


... und ausgiebig die wunderbare Aussicht genossen!

Jetzt mal ernsthaft: Wer braucht da einen Fernseher?




Um 17.30 haben wir dann für die Nacht angelegt, denn ab dann gilt ein Fahrverbot für Hausboote (Ruhezeit). Dann sind nur noch "Wasser-Busse" erlaubt!

Wir hatten daher Gelegenheit uns die "Nachbarschaft" anzusehen!

Die bestand aus wenigen Häusern & Viel Grünzeug!

Nach einem - ebenfalls - super leckerem Abendessen, einer angenehmen (wenn auch leicht wackeligen) Nacht und einem ausgiebigen Frühstück waren dann auch bald an unserem Ziel angekommen: Allepey!

Tag  10: Time to say goodbye!

Am Ende unserer Rundreise (übrigens am Geburtstag meiner Mama ) wurde es dann auch schon Zeit Abschied zu nehmen...

Doch auch wenn Abschiede nie schön sind, wussten wir, dass wir uns bereits in 3 Monaten wiedersehen würden... und jeder von uns viele schöne Fotos (und noch schönere Erinnerungen) von einem tollen Familienurlaub mit nach Hause nehmen würde!  

Ich habe jeden Moment mit meiner Familie genossen und schätze mich sehr glücklich, dass sie nun schon das zweite Mal "um die halbe Welt" gereist sind, um an meinem Abenteuer Ausland teilzuhaben (Ihr seid die Besten!  )




(Übrigens: Während ich zurück ins Büro musste, ging es für meine Familie noch weiter nach Kovalam, wo sie in einem wunderschönen Hotel mit Meerblick vier weitere, entspannte Tage verbracht haben... Ob ich neidisch war? Zugegeben, ein bisschen schon...

Unberührte Natur & Entspannung pur (Besuch meiner Familie: Tag 7 & 8)

Auch der siebte und achte Tag unseres Familienurlaubs, führte uns zu weiteren "Höhepunkten Keralas"...

Tag 7: Periyar Nationalpark

Der Periyar Nationalpark ist einer der größten Naturschutzgebiete Indiens, indem auf auf rund 770 km² - neben anderen Tieren - auch ca. 40 Tiger und 900 Elefanten leben.

Die Chance eines der seltenen Tiere zu sehen ist natürlich sehr gering. Vor allem, weil zum Schutz der Tiere (und der Pflanzen), der Park nur mit lizensierten Führern oder von einem Boot aus erkundet werden kann.

Schonmal vorweg: Wir haben leider weder einen Tiger, noch Elefanten gesehen. Dafür aber wunderschöne Vögel & atemberaubende Landschaften!

Teil unserer Rundreise war eine Tour mit dem Boot...

(Was mir eindeutig lieber war, denn laut Reiseführer sind in den Wäldern - insbesondere nach Regen - jede Menge Blutegel unterwegs... Und auch wenn ich weiß, dass sie sogar zu medizinischen Zwecken verwendet werden... bin ich nicht besonders wild darauf sie auf mir sitzen zu haben... )

Vorfreude, auf eine entspannte Fahrt - ohne Blutegel!

Auch in Indien geht Sicherheit vor! Rettungsjacken an...

... und los geht's mit der durch eine unberührte Landschaften!


Was ihr aus dem Wasser ragen seht, sind übrigens Baumstämme...  Bei dem See im Nationalpark handelt es sich nämlich um einen Stausee, indem die Wassermassen des Monsuns gesammelt & kontrolliert in tiefere Gebiete abgelassen werden...

Von welchen Wassermassen die Rede ist, zeigt ein Blick auf die Wasserstands- anzeige! (in Metern!). Man sieht, dass wir nicht zur Regensaison da waren...
... schwer vorzustellen, dass während dem Monsun Teile des Waldes unter Wasser stehen. Oder doch nicht...
?

Leider keine Elefanten, aber besser als Nichts: Wasserbüffel!


Außerdem konnten wir noch Wildschweine und verschiedene Vogelarten beobachten. Darunter weiße...

... braune...

... und blaue Kingfisher-Vögel!

Leider nicht so nah, wie auf diesen Bildern von Wikipedia.de...

Doch selbst von Weitem, war es immer wieder toll einen zu sehen - insbesondere, weil sie eigentlich sehr selten sind! Wenns schon nicht mit den Tiger & Elefanten klappt...

(Wem das blaue Kerlchen bekannt vorkommt: Bei uns sind diese Vögel unter dem Begriff "Eisvögel" bekannt. Falls ihr Euch jetzt fragt, warum es im heißen Indien EISvögel gibt? Der Name dieser Vogelgattung ist auf das blau-schimmernde Gefieder zurückzuführen, nicht auf den Lebensraum... )

Nach der Bootsfahrt auf dem Stausee waren wir nicht nur um zahlreiche Eindrücke reicher, sondern auch vollkommen entspannt. Die absolute Stille war eine willkommende Abwechslung zum indischen Verkehr... 45 Minuten - ohne Hupen? Nicht ganz, auch Boote hupen wenn's mal brenzlig wird...


Den Mittag verbrachte meine Familie mit einer Shopping-Tour in Thekkady...

... wo sie erneut auf alte Bekannten trafen...

... und eine Überraschung erlebten! Die einzien Deutschen sind wir wohl nicht!


Tag 8: Entspannung pur, am Rande der Backwaters!

Ursprünglich war geplant, dass wir erst am Morgen des 8. Tages weiterfahren. Durch die Ankündigung eines Streiks für diesen Tag, hatte unser Reiseveranstalter jedoch entschieden, dass es besser ist wenn wir bereits nachts aufbrechen. Und so ging es in der Nacht zum 8. Tag, mit Lunch-Paketen auf in Richtung Kumarakom...

Ankunft im Hotel: 06:00 Uhr. Nach ein paar Stunden Schlaf...

... Entspannung pur...

... auf der Hotelanlage...

...mitten im Nirgendwo!

Gelegen an den Ufern der malerischen Backwaters!

Bewohnt nur von ein einzelnen Touristen (Nebensaison ), einer Gänsefamilie...

... und ein paar Reihern!

Eine traumhafte Kulisse für Fotos - zur Erinnerung an einen superschönen Familienurlaub!


 


Wunderschön: Der Sonnenuntergang an den Backwaters!

Gefolgt von einem entspannten Abend auf dem Balkon!


... und am nächsten Tag ging es auf dieses Hausboot:

Dazu mehr, im 5. und letzten Teil des Reiseberichts!